Die SLIDERSTRAW Mission

Der unersättliche Durst der freien Marktwirtschaft nach permanentem Wachstum hat in den letzten Jahren zu einer maßlosen Konsumorgie geführt, die zu gravierenden gegenwärtigen Problemen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und Vermüllung der Umwelt geführt haben und weiterhin führen werden.

Nun sind wir an einem Punkt angelangt, an dem die Probleme immer größer werden und ihre Folgen kaum noch zu ignorieren sind.

Dadurch rücken in letzter Zeit Themen wie umweltgerechte Gestaltung und Produktion immer stärker in den Fokus der Medien. Nicht zuletzt aufgrund der Popularität des Themas scheinen auch immer mehr Unternehmen auf diesen fahrenden Zug aufzuspringen und entdecken eine neue Liebe zur Umwelt.

Infolgedessen befinden sich Produkte aus Algen, Bambus, Papier, Palmblättern, Apfelresten & Co auf dem Vormarsch. Die Unternehmen übertreffen sich förmlich mit vermeintlich nachhaltigen Konzepten und Produkten, die sie in allen möglichen Social-Media-Kanälen veröffentlichen.

So weit, so gut. Wenn diese Produkte auch tatsächlich unsere Umweltprobleme lösen und nicht als Augenwischerei in Form von „Greenwashing“ lediglich dazu führen würden, kritische Verbraucher zu beruhigen, gleichzeitig aber den Hyperkonsum, also den Konsum über die eigentliche Bedürfnisbefriedigung hinaus, weiter anzutreiben.

Deshalb haben wir es uns zum Ziel gesetzt, Produkte zu entwickeln, die nicht nur augenscheinlich umweltfreundlich sind, sondern auch real die Umwelt entlasten und die Probleme unserer Zeit lösen.

Ist das überhaupt möglich? Oder sollen wir lieber verzichten und wie in den „guten alten Zeiten“ leben?

Wir ziehen den Glauben an eine moderne Zukunft und an intelligente, ökologische und ökonomische Lösungen dem Verzicht vor und setzen auf die Entwicklung smarter Produkte, die unser Leben schöner und praktischer gestalten, ohne dabei die Umwelt zu belasten.

„Unsere fünf Gebote“

1. Kein Klischeedenken und keine Stigmatisierung – nur die Fakten zählen

Trinkhalme, Einkaufstüten und Geschirr aus Papier, Zahnbürsten aus Holz oder Bambus, Lampen aus Meeresalgen, Teller aus Palmblättern wirken auf den Verbraucher umweltfreundlich und sind auf dem Vormarsch.

Kurz: Kunststoffe sind das Problem und natürliche Materialien unsere Rettung – leider ist es nicht ganz so einfach wie es scheint.

Denn die wenigsten wissen, dass zum Beispiel eine Einkaufstüte oder ein Trinkhalm aus Papier eine weitaus schlechtere Ökobilanz aufweisen als eine Einkaufstüte bzw. ein Trinkhalm aus Plastik.

„Papier hat zwar den großen Vorteil, dass es bei falscher Entsorgung weniger problematisch ist als manch andere Produkte, die in der Umwelt landen; aber Papier per se ist deshalb noch lange nicht umweltfreundlich, eben weil es auch in der Herstellung einen ganz gehörigen ökologischen Fußabdruck hinterlässt. Häufig wird für einen Papierartikel zudem mehr Material benötigt. Hinzu kommt, dass die Papierproduktion einen höheren Wasser- und Energieverbrauch hat.“1

Zu berücksichtigen ist ebenfalls, dass Papier für solche zweckfremden Einsatzgebiete, in denen es Kunststoff ersetzen soll, feuchtigkeitsresistent und reißfest sein muss. Das erfordert eine Vielzahl von Verarbeitungsschritten, wie zum Beispiel chemische Behandlung, Beschichtung etc. Diese aggressiven Behandlungen haben einerseits eine katastrophale Ökobilanz zufolge und führen andererseits dazu, dass sich das Papier beim Recyclingprozess nicht auflöst, also nicht recycelt werden kann.

Es gibt also tatsächlich viele Fälle, in denen ein Produkt allein, weil es aus Papier ist, als besonders umweltfreundlich wahrgenommen wird, es aber de facto gar nicht ist. Der Verbraucher hingegen wird in seinem guten Glauben gelassen und konsumiert leichten Gewissens auch weiterhin unnötige Produkte. Ein klassischer Fall von Greenwashing. Die Folge: ungebremster Konsum und damit einhergehende Ressourcenverschwendung.

Eine objektive Betrachtung der Zahlen und Fakten ist immer sinnvoller als unreflektiert vermeintliche Kundenerwartungen zu erfüllen. Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe ist eben nicht immer die richtige und beste Lösung. Die natürlichen Vorkommen vieler solcher Materialien reichen bei weitem nicht aus, um unseren täglichen Bedarf zu decken und müssen daher künstlich in Massenkulturen und unter massivem Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln angebaut werden, zumal damit auch Umweltauswirkungen wie Bodenerosion, Verlust der Artenvielfalt sowie ein hoher Flächen-, Wasser- und Energieverbrauch einhergehen. Zumindest sollte man sich fragen, ob diese Nachteile nicht größer sind als die Vorteile der natürlichen Herkunft und biologischen Abbaubarkeit. 

2. Einweg ist kein Weg!

Einwegprodukte durch intelligente Mehrwegprodukte ersetzen. Dies gilt generell und unabhängig von dem verwendeten Material: Einwegprodukte sind umweltschädlich, egal ob aus Papier, Bambus oder Plastik.

3. Qualität statt Quantität

Auf Nachhaltigkeit achten. Entscheidend ist nicht die reine Ökobilanz, sondern die Relation zwischen Ökobilanz und Lebensdauer eines Produktes. In diesem Kontext spielt auch die funktionale und ästhetische Langlebigkeit von Produkten eine nicht zu unterschätzende Rolle. Besonders markant oder zeitlos gestaltete Möbel, Geschirr, Uhren oder Schmuck können so über Jahrzehnte weitergereicht werden und werden mit der Zeit zu wahrhaft nachhaltigen Produkten – egal, woraus sie gefertigt sind.

4. Recyclegerechte Gestaltung

Recycle-freundlich gestalten: Wenn Bestandteile eines Produktes aus unterschiedlichen Materialien bestehen, die jeweils anders verwertet werden müssen, aber sich bei der Entsorgung sehr aufwändig trennen lassen, dann nutzt der Einsatz von recycelbaren Materialien kaum etwas. Hier hilft es, die Bestandteile leicht trennbar zu konzipieren.

5. Minimalismus hilft

Auch die Formgebung selbst beeinflusst den Produktionsaufwand. Der Verzicht auf alles Überflüssige, d. h. auf Gestaltungselemente, die keine Funktion haben, sondern einfach modisch und damit nicht allzu lange aktuell sind, führt nicht nur zu einer erhöhten Langlebigkeit. Die gestalterische Reduktion geht zudem mit einer Verringerung des Produktionsaufwands einher, was wiederum den ökologischen Fußabdruck eines Produkts reduziert. Wenn Designer zudem die unterschiedlichen Produktionsmethoden und den zugehörigen Energie- und Materialaufwand gut kennen und in den Gestaltungsprozess einfließen lassen, kann das gleiche Produkt viel effizienter und umweltfreundlicher hergestellt werden.

1) Aus dem Interview mit Herrn Philipp Sommer, Stellvertretender Leiter des Bereichs Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe

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