Neben SLIDERSTRAW gibt es weitere alternative Strohhalm-Konzepte, sowohl Einweg-Strohhalme als auch Mehrweg-Strohhalme. Erfahren Sie mehr über alternative Trinkhalme aus Bioplastik, Papier, Stroh, Getreide, Glas sowie Metall und lesen Sie selbst, warum alle Konzepte keine wirklichen Alternativen sind.


EINWEG-ALTERNATIVEN

BIOPLASTIK-TRINKHALME – ZWEISCHNEIDIGE SACHE

Einweg-Strohhalme aus Bioplastik: Das klingt zunächst recht vernünftig. Sind Bio-Kunststoffe wirklich eine saubere Lösung?

Bioplastik klingt gut. Doch was sich hinter dem Begriff verbirgt, wissen nur wenige. Anders als bei Bio-Lebensmitteln ist die Definition von Bio-Kunststoffen nicht so einfach zu verstehen. Im Prinzip unterscheidet man zwei grundlegende Gruppen: Plastik, das aus biologischen Rohstoffen hergestellt wird und Plastik, das biologisch abbaubar ist. Um die Bezeichnung Bio-Kunststoff zu tragen, muss lediglich eines der beiden Kriterien erfüllt sein. Nur wenige Bio-Kunststoffe schaffen beides. Daher ist auch die Idee von Einweg-Trinkhalmen aus Bioplastik mit Vorsicht zu genießen. Denn nicht überall, wo „bio“ draufsteht, ist am Ende auch ausschließlich „bio“ drin.

Zum einen bestehen bio-basierte Kunststoffe oft nur zu Teilen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Kartoffeln oder Zuckerrohr. Da der Anteil der Biomasse nicht klar definiert ist, enthält Bioplastik auch stets chemische Zusätze wie Stabilisatoren, also Inhaltsstoffe, die gar nicht „bio“ sind. Aus technischen Gründen besteht biologisch abbaubare Plastik häufig zu 70 Prozent aus Rohöl und nur zu 30 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Der massive Einsatz von Pflanzen zur Plastik-Produktion ist natürlich alles andere als nachhaltig, die Produktion verschlingt viel Energie, wertvolle Ressourcen und riesige Anbauflächen. Dabei werden Chemikalien zur Düngerproduktion eingesetzt.

PAPIER-TRINKHALME – DIE GUTE EINWEG-LÖSUNG?

Sie kosten nicht viel, sind schön bunt und außerdem kompostierbar. Kann man Trinkhalme aus Papier bedenkenlos kaufen?

Für Papier-Strohhalme wird viel Holz gebraucht: Unzählige Bäume müssen gefällt werden, für die Herstellung und Transport muss Energie erzeugt werden. Daher ist die Umweltbilanz von Einweg-Strohhalmen aus Papier im Vergleich zu einer rohölbasierten Einweg-Strohhalm sogar um das mehrfache schlechter.

Problematisch ist auch vor allem, was die Papier-Trinkhalme zusammenhält: der Kleber und die Papierbeschichtung. Sie müssen bei ihrer Herstellung mit Chemikalien behandelt werden. Durch das schnelle Aufweichen im Getränk und dem Mund können diese Bestandteile beim Trinken vom Körper aufgenommen werden. Die sich rasch sammelnde Feuchtigkeit ist es auch, die das Trinkerlebnis bei Papier-Strohhalmen spürbar schmälert. Außerdem entstehen auch durch die Einweg-Strohhalme aus Papier gewaltige Müllmengen, die in der Praxis leider nicht immer umweltgerecht recycelt werden – und dann oft auf der Straße oder in der Müllverbrennung landen. Einweg-Strohhalme aus Papier lösen das Müll-Problem nicht – sie verschieben es!

STROH-TRINKHALME – EINE ALTE IDEE WIEDERBELEBT

Strohhalme auf Feldern anzubauen, klingt verlockend. Können die Einweg-Strohhalme am Ende halten, was sie versprechen?

Sie sind Namensgeber für eine ganze Produktgattung: Sinnbild für ein Produkt, das nach einmaligem Benutzen achtlos im Müll landet. Aktuell erleben Strohhalme eine Renaissance. Ursprünglich wurden die ersten Trinkhalme aus Stroh gefertigt. Meist diente Roggen als Rohstofflieferant. Die Sumerer gelten als die ersten Menschen, die Getränke per Strohhalm genossen – und das bereits 4.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Das Gute an Stroh ist, dass es ein vollständig abbaubares und nachwachsendes Produkt ist. Strohhalme haben durch ihre Wuchsform eine Begrenzung des Durchmessers. Das erfordert einen gewissen Mehraufwand beim Ansaugen des Getränks. Besonders spürbar wird das, wenn man zum Beispiel dickflüssige Smoothies oder Eiskaffee mit einem Strohhalm trinken will. Hier muss man um einiges mehr Kraft aufwenden, was den Trinkgenuss schmälern kann. Hinzu kommt die Problematik des Aufweichens in dem Getränk und der leichte Beigeschmack von Stroh.

Aber viel relevanter ist die Ökobilanz: zur Produktion der Strohhalme werden viel Ressourcen verschwendet. Der Getreide-Anbau speziell zur Strohhalm-Produktion sorgt dafür, dass dringend benötigte Nahrungsmittel für ein Lifestyle-Produkt verramscht werden. Es sind große Mengen von Dünger, Kraftstoff und Energie nötig, um die Getreidemengen anzubauen, zu ernten, zu reinigen, zu sortieren und zu Trinkhalmen zu verarbeiten.

ESSBARE TRINKHALME – WIRKLICH ZUM ANBEISSEN?

Plastik-Strohhalme kann man nicht essen. Strohhalme aus Getreide oder Apfelschalenresten schon. Die Frage ist nur: Macht man das auch?

Essbare Trinkhalme – das klingt nach einem guten Plan. Immerhin sollte diese Art Strohhalme keinerlei Abfall produzieren. Theoretisch. In einigen Bars sieht man sogar Nudeln in Drinks, andere produzieren mit einer Rezeptur aus Getreide und Pressrückständen von Obstsäften essbare Strohhalme. Beides sind gute Ansätze, um dem Wahnsinn aus Plastik-Müll einen Riegel vorzuschieben. Ökobilanzen zeigen, dass solche essbaren Trinkhalme in einer gesamtökologischen Betrachtung auf Grund der energieintensiven industriellen Verarbeitung zu noch negativeren Umweltauswirkungen führen als erdölbasierte Kunststoff-Strohhalme.

Fazit: Die essbaren Trinkhalme belasten die Umwelt mehr als herkömmliche Plastikhalme und schmecken nicht jedem. Viele wollen einfach nur das Getränk genießen, nicht aber ihren Trinkhalm.

MEHRWEG-ALTERNATIVEN

Es gibt tatsächlich viele Mehrweg-Strohhalme auf dem Markt: Aus Glas, Bambus, Edelstahl, Silikon, etc. Aber warum werden trotzdem überall weiterhin Einweg-Strohhalme benutzt? Und warum setzen sie sich nicht gegen Einweg-Strohhalme durch? Warum benutzen wir in Restaurants oder Zuhause kein Einweg-Besteck aber Einweg-Strohhalme? Die Antwort ist relativ einfach: Die Mehrweg-Strohhalme lassen sich sehr schwer reinigen. Beim Abspülen in der Spülmaschine dringt das Wasser, innerhalb der Strohhalme, nicht tief genug ein und somit bleibt der mittlere Bereich ungespült. Mit der Zeit sammeln sich Schmutz und Bakterien im Inneren des Strohhalms und es entwickelt sich ein eigener „Mikrokosmos“.

BAMBUS-TRINKHALME – EMPFINDLICHE EXOTEN

Strohhalme aus Bambus sind nicht spülmaschinengeeignet, da es dort zu Verformungen kommt. Hinzu kommt: Bei Bambus-Trinkhalmen sammeln sich Keime und Bakterien zusätzlich in Bambus-Fasern. Daher sind Bambus-Strohhalme in der Gastronomie vom Gesetzgeber auch nicht zugelassen.

GLAS-TRINKHALME – GLASKLARE NACHTEILE

Die Durchsichtigkeit von Glas ermöglicht es, Verschmutzungen leicht zu erkennen. Leider ist das Säubern, ähnlich wie bei Bambus- und Metall-Trinkhalmen, auch bei Glas-Trinkhalmen problematisch. Im Gegensatz zu den Hersteller-Versprechungen gelingt es einer Geschirrspülmaschine oft nicht, sämtliche Rückstände im Inneren des Halms zuverlässig zu beseitigen. So kann es passieren, dass man in seinem Glas-Trinkhalm Überbleibsel des letzten Getränks entdeckt. Gerade aus der Geschirrspülmaschine geholt, finden sich die Reste von Tomatensaft, Milchkaffee und Co. Um diesem Dilemma zu begegnen, liefern viele Hersteller eine filigrane Bürste mit, mit der man jeden einzelnen Trinkhalm per Hand von innen reinigen muss. Eine Reinigung per Hand mit der mitgelieferten Bürste ist aber extrem aufwändig, bringt nicht viel und ist für den Hochbetrieb in der Gastronomie eine unzumutbare Aufgabe. Aber schlimmer noch sind die Bakterien und Keime, die unsichtbar sind. Sie machen einen wiederholten Einsatz – vor allem in der Gastronomie – so gut wie unverantwortlich.

Das Problem ist also nicht das Material, sondern die Schwergängigkeit der Reinigung.

METALL-TRINKHALME – AUSSEN HUI, INNEN PFUI

Strohhalme aus Edelstahl sehen edel aus. Zumindest von außen. Doch wie sieht es nach dem Trinken im Inneren aus?

Metall-Trinkhalme sind Mehrweg-Produkte. Damit haben sie dem Wegwerf-Plastik der Einweg-Strohhalme etwas Entscheidendes voraus. So weit, so gut: Kommt es nämlich zu dem Thema Reinigung, sehen die Trinkhalme aus Edelstahl leider nicht mehr so glänzend aus. Im Grunde lässt sich nur erahnen, wie es im Inneren der kleinen Metall-Stäbchen nach ein paar Wochen Einsatz aussieht. Hinzu kommt, dass produktionsbedingt die Innenflächen der Halme nicht ebenso glatt poliert werden können wie die Außenflächen. Sie sind rau und unter dem Mikroskop betrachtet voller Rillen und kleiner Krater. Darin sammeln sich mit der Zeit die Getränkereste: Ein fruchtbarer Boden für Bakterien, Schmutz und Keime.

New Account Registrieren

Hast du schon ein Konto?
Melden Sie sich an, statt Oder Passwort zurücksetzen