Nachhaltig feiern – ein besseres Weihnachten ohne Verzicht.

Viel gekauft, viel gegessen und viel weggeschmissen – in den Weihnachtsfeiertagen suchen wir alle Ruhe, Gemütlichkeit und Zeit mit der Familie. Oft ist Weihnachten jedoch nicht nur Fest, sondern auch Konsumschlacht. Große Familienessen, Geschenke und Lichterketten möchten wir alle ungern auslassen besonders Familien mit Kindern. Mit diesen Tipps lässt sich Weihnachten nachhaltig feiern, ohne auf alles zu verzichten.

O Tannenbaum

Bei den meisten Weihnachtsbäumen in deutschen Wohnzimmern wurden Insektizide, Pestizide und Mineraldünger eingesetzt, um möglichst schnell schöne und große Bäume zu züchten. Die Gifte der Bäume dünsten zwei Wochen in den beheizten Räumen aus und landen dann auf dem Müll. Anders ist das bei Bio-Weihnachtsbäumen, die weniger anfällig für Schädlinge, natürlich gedüngt und von Unternehmen stammen, die nach den Kriterien des ökologischen Landbaus oder des ökologisch ausgerichteten Waldbaus zertifiziert sind.
Alternativ kann man bei lokalen Förstereien, Baumschulen und Gärtnereien einen Weihnachtsbaum mieten, der nach seinem weihnachtlichen Auftritt wieder eingepflanzt wird.

„Früher war mehr Lametta“

Leider sind die glitzernden Girlanden ein Umwelt-Desaster, denn abgesehen von den enthaltenen Giftstoffen, landen diese oft gemeinsam mit dem Weihnachtsbaum in Kompostieranlagen und damit auch in der Umwelt. Auch unsere geliebten Christbaumkugeln, die Größtenteils aus Glas bestehen, werden immer wieder (Schwer-) Metalle nachgewiesen, deswegen sollten diese auch möglichst oft wiederverwendet werden oder sogar ganz darauf verzichtet werden. Umweltfreundliche Möglichkeiten für alle, die auf Weihnachtsdekoration nicht verzichten wollen: (Selbstgebastelte) Strohsterne oder Engel, Holzfiguren, Tannenzapfen, Zimtstangen oder auch getrocknete Beeren und Orangenscheiben.
Wirklich schön, aber ebenfalls wenig umweltfreundlich und schlecht für den Stromverbrauch sind auch die vielen leuchtenden Sterne, Ketten und Lichterbögen. Mit der Alternative LED-Licht lässt sich etwa 90% der Energie einsparen und Lichterketten halten auch länger. Ebenfalls sollte man Flutlichtanlagen vermeiden, die nicht nur die nächtliche Ruhe der Nachbarn, sondern auch nachtaktive Tiere stören. Grundsätzlich sollte keine Beleuchtung dauerhaft angeschaltet sein.

Festessen, aber artgerecht und „klima-fair“

Bei den meisten deutschen Familien gibt es zu Weihnachten traditionell Ente oder Gans, doch diese sind oftmals aus Osteuropa importiert, wo sie unter schrecklichen Bedingungen gemästet und mit Medikamenten behandelt worden sind. Gänse in Deutschland leben meistens in Freilandhaltung, wer also Bio-Gänse oder Fleisch mit der Aufschrift „Freilandhaltung“ kauft, kann sich sicher sein, dass das Tier aus tiergerechter Haltung stammt und zusätzlich durch die kurzen Transportwege CO2-Emmisionen eingespart wird.
Alternativ kann man sich auch an einem veganen oder vegetarischen Weihnachtsmenü probieren. Im Internet lassen sich großartige Ideen für ein klimagesundes Essen finden, mit dem man auch Fleischfreunde positiv überraschen kann!
Wichtig ist es auch, Beilagen wie Obst und Gemüse in Bio-Qualität und/ oder aus der Region einzukaufen. Heimische Kartoffeln, Karotten und co. aus ökologischem Anbau sind besonders umweltschonend. Bei fair gehandeltem Kaffee und Schokolade kann man sich sicher sein, dass diese ohne Kinderarbeit und zu existenzsichernden Mindestpreisen produziert wurden.

Besser schenken gegen Geschenkeflut

Man ist nie zu alt, um einen Wunschzettel zu schreiben! Bei Familien, für die es Gang und Gebe ist, sich an Weihnachten zu beschenken, lässt sich so Geld und Zeit einsparen und es wird vermieden, dass Geschenke im Müll landen, die nicht gebraucht oder gewollt sind.

Wer hingegen Stress beim Shopping-Marathon vermeiden will, kann seinen Liebsten auch mit selbstgemachten Kleinigkeiten eine Freude machen: Marmelade, Brotaufstriche, Plätzchen und sogar Schmuck und Pflegeprodukte wie Peelings und Lippenbalsam lassen sich ganz einfach Zuhause machen und können sogar in höherer Menge „produziert“ und an mehrere Leute verschenkt werden.
Ob Katastrophenhilfe oder Umweltschutz – anstatt Gegenständen lassen sich auch Spenden verschenken. Gemeinnützige Organisationen bieten hierfür auch Karten und Urkunden an, so schenkt man sozusagen im Namen des Beschenkten.
Neben direkten Spenden ergibt sich noch ein alternativer Weg: Charity-Shopping. Wie üblich kann man hier ganz gewöhnliche Produkte wie Kleidung, Veranstaltungstickets, Bücher und sogar Lebensmittel bestellen, ein Teil des Erlöses geht direkt an eine Hilfsorganisation, für den Käufer bleibt der Kaufpreis des gewünschten Produktes derselbe.

Nicht schon wieder Parfüm, Socken und ein Pflegeset? Verschenke Zeit statt Zeug. Online gibt es eine Vielzahl an Anbietern, die Gutscheine für gemeinsame Erlebnisse anbieten.

Geschenkpapier, das Paradebeispiel sinnloser Verschwendung

Schau, was da ist: Alte Schuhkartons, Marmeladengläser sowie Tüten und Beutel kann man als Verpackungen verwenden. Auf Pinterest findet man auch viele Ideen, wie man aus alten Küchen- oder Toilettenpapierrollen einen schönen Adventskalender zaubern kann. Bastelfreunden empfehlen wir Geschenkpapier einfach selber zu machen: Pack- und Backpapier lassen sich ganz einfach umfunktionieren und können bedruckt und bemalt werden.
Für alle, die nicht gerne auf das schöne neue Geschenkpapier verzichten wollen, empfehlen wir Geschenkpapier mit dem „Blauen Engel“, welches zu 100% aus recyceltem Altpapier besteht.